Strapi ist das Headless CMS Nummer eins auf GitHub nach Sternen. Open Source, Node.js unter der Haube, ein flexibler Content-Type-Builder und eine automatisch generierte REST- + GraphQL-API. 2015 von einem französischen Team gestartet, ist es inzwischen zu einem Ökosystem aus Tausenden von Plugins und Hunderttausenden von Nutzern gewachsen.
Website: strapi.io
So funktioniert’s
Anders als WordPress, wo Content fest mit Theme und Frontend verbunden ist, ist Strapi eine reine API. Sie erstellen Content Types in der Admin-Oberfläche (Artikel, Produkte, Landingpages – was immer Sie wollen), befüllen sie über den visuellen Editor, und das Frontend bezieht die Daten per REST oder GraphQL.
Die Admin-UI basiert auf React und ist anpassbar. Sie können Felder jeden Typs hinzufügen: Text, Rich Text, Medien, Datum, Relationen (One-to-Many, Many-to-Many), JSON, Enum, Passwort. Komponenten für wiederkehrende Blöcke. Dynamische Zonen für flexible Seitenlayouts.
Nach dem Erstellen eines Content Types generiert Strapi automatisch die API – Controller, Routen, Modell. Dem Entwickler bleibt nur noch, das Frontend zu schreiben.
Plugins und Ökosystem
Der Strapi-Marktplatz umfasst Hunderte von Plugins. Einige sind offiziell: GraphQL, Dokumentation (automatisch aus Content Types generiert), Provider für E-Mail und Uploads. Andere stammen aus der Community: SEO, Sitemaps, Algolia, Cloudinary, Kommentare, Webhook.
Die Plugin-Architektur ist ausgereift – Sie können eigene Plugins für jeden Bedarf schreiben. Das ist besonders wertvoll für Agenturen: SEO-Plugin drauf, Sitemap, Cloudflare Images angebunden – alles kostenlos.
Self-Hosted vs. Cloud
Strapi lässt sich überall deployen: VPS, Railway, Render, Heroku, Docker. Als Datenbank dient SQLite für die Entwicklung, PostgreSQL oder MySQL für die Produktion. Die Self-Hosted-Version ist kostenlos.
Strapi Cloud ist das Managed Hosting der Entwickler: 99 $/Monat pro Projekt. Automatische Backups, CDN, CI/CD out-of-the-box. Für Agenturen und Teams, die sich nicht mit Servern herumschlagen wollen – eine gute Option.
Wichtiger Hinweis: Strapi v5 (aktuell) erfordert Node.js 20+ und verwendet ES-Module. Die Dokumentation wurde aktualisiert, aber alte Tutorials für v4 sind stellenweise nicht mehr relevant.
Was gut ist
Die Flexibilität des Content-Modellings ist das Hauptmerkmal. Sie können ein Schema beliebiger Komplexität aufbauen: vom Blog bis zum Marktplatz mit verknüpften Entitäten. Die API wird automatisch generiert, Filterung, Sortierung und Paginierung sind out-of-the-box enthalten.
Das Rollenmodell (RBAC) ermöglicht die Zugriffsabstufung für Redakteure, Autoren und Administratoren. Internationalisierung (i18n) ist eingebaut – Sie können Content in mehreren Sprachen ohne Krücken erstellen.
Die Admin-UI ist angenehm. Klares Material Design, intuitiv verständlich, schnell. Content-Redakteure finden sich innerhalb einer Stunde zurecht.
Was nicht so gut ist
Strapi ist ein Node.js-Monolith. Wenn das Projekt auf Millionen von Einträgen wächst, kommt die Datenbank an ihre Grenzen. v5 enthält Performance-Verbesserungen, aber bis zu Headless-Lösungen in Go (wie Payload CMS 3) ist es noch weit.
Major-Update-Migrationen sind schmerzhaft. Der Wechsel von v3 auf v4 war eine Quest, von v4 auf v5 etwas einfacher, aber Migrationen erfordern immer noch Handarbeit. Für langlebige Projekte ist das ein Faktor.
Die TypeScript-Unterstützung hat sich in v5 verbessert, ist aber nicht überall tiefgehend. Einige Community-Plugins sind immer noch in reinem JS ohne Typen.
Fazit
Strapi ist eine ausgezeichnete Wahl für 90 % der Projekte, die ein Headless CMS brauchen. Kostenlos, Open Source, flexibel, mit einer großartigen Admin-UI und einer aktiven Community. Ideal für Blogs, Landingpages, Unternehmenswebsites und kleine E-Commerce-Projekte. Für High-Load-Szenarien schauen Sie sich Ghost (wenn es nur um Content geht) oder Payload an.