Serverspace: Cloud-VPS mit Sekundenabrechnung — Test und Benchmarks

Serverspace im Test: Cloud-VPS mit sekundengenauer Abrechnung, ISO 27001, Rechenzentren in USA und Europa, vorgefertigte Konfigurationen und ehrliche Bewertung.

Serverspace ist ein Cloud-Anbieter, der das Klischee „Cloud ist teuer" widerlegt. Das Unternehmen gehört zu ITGLOBAL.COM und ist ISO 27001-zertifiziert (Informationssicherheit). Das ist kein Garagen-Hosting, sondern eine durchaus ernsthafte Infrastruktur. Website: serverspace.com.

Das Konzept: Zahle nur, was du nutzt

Anders als klassische VPS-Anbieter mit monatlicher Festgebühr arbeitet Serverspace nach dem Pay-as-you-go-Modell: sekundengenaue Abrechnung (nicht stundenweise — wirklich pro Sekunde). Server für eine Stunde zum Testen erstellt? Du zahlst für eine Stunde. Staging-Umgebung fürs Wochenende hochgefahren? Du zahlst fürs Wochenende.

Die Abbuchung erfolgt einmal täglich. Guthabenaufladung per Bankkarte oder PayPal in beliebiger Höhe.

Serverstandorte

Drei Rechenzentren: Niederlande (Amsterdam), USA (New Jersey) und Großbritannien (London). Keine riesige Abdeckung, aber drei Schlüsselpunkte für den westlichen Markt sind vorhanden.

Ping von Deutschland nach Amsterdam: 5-15 ms. Nach New Jersey: 90-110 ms. Nach London: 10-20 ms. Amsterdam ist die optimale Wahl für europäische Zielgruppe.

Tarife

Serverspace verwendet keine festen Tarife — du konfigurierst den Server selbst aus Bausteinen: vCPU, RAM, Speicher, IP-Adressen. Der Einfachheit halber gibt es vorgefertigte Konfigurationen:

Minimal (€4,50/Monat bei 24/7-Betrieb):

  • 1 vCPU
  • 1 GB RAM
  • 25 GB NVMe
  • 1 IPv4
  • 1 Gbit/s Port

Optimal (€18/Monat bei 24/7-Betrieb):

  • 2 vCPU
  • 4 GB RAM
  • 50 GB NVMe
  • 1 IPv4

Maximal (skalierbar bis 16 vCPU, 64 GB RAM und 1 TB NVMe).

vCPU sind hier Anteile von Intel Xeon Gold Prozessoren (verschiedene Generationen). Kein AMD EPYC, aber auch nicht schlecht.

Traffic ist kostenpflichtig. €0,01 pro Gigabyte ausgehend (eingehend kostenlos). Ein Nachteil für Traffic-intensive Projekte — bei einem Terabyte im Monat kommen €10 oben drauf. Aber für eine Website mit bis zu 50.000 Besuchern im Monat liegen die Traffic-Kosten bei etwa €1-2.

Performance

Benchmarks auf der Minimal-Konfiguration (Amsterdam):

  • CPU: Single-Core Geekbench ~900. Ehrlicher Intel Xeon, nicht beschnitten.
  • Speicher: NVMe, Lesen ~1,5 GB/s, Schreiben ~800 MB/s, IOPS ~150k. Niedriger als bei dediziertem NVMe, weil Cloud-Speicher, aber immer noch schnell.
  • Netzwerk: Stabiler Gigabit, Speedtest 850-950 Mbit/s.

Backups erfolgen automatisch (Disk-Snapshots), Zeitplan konfigurierbar. Kostenlose Speicherung mit Mengenbegrenzung.

Control Panel

Serverspace hat ein eigenes Panel — sauber, modern, auf Englisch. Hauptfunktionen:

  • Server per Klick erstellen/löschen
  • OS aus Katalog wählen (Ubuntu, Debian, CentOS, Windows Server, vorgefertigte Images mit Docker, LAMP, WordPress)
  • VNC-Konsole
  • Cloud-basierte Firewall
  • Snapshot-Verwaltung
  • API (OpenStack-kompatibel, Dokumentation vorhanden)

Besonderer Pluspunkt: Terraform-Provider für Infrastructure as Code.

ISO 27001 — ist das wichtig?

Für die meisten privaten Projekte: nein. Aber wenn du mit sensiblen Daten arbeitest, Zahlungen verarbeitest oder Kunden zeigen willst, dass Sicherheit ernst genommen wird — das ISO-27001-Zertifikat bestätigt das. Anbieter mit diesem Zertifikat im Budget-Segment sind selten.

Vor- und Nachteile

Vorteile:

  • Sekundengenaue Abrechnung — zahle nur für tatsächliche Nutzung
  • ISO 27001 — seltenes Zertifikat im Budget-Segment
  • Terraform und API für Automatisierung
  • Vorgefertigte Images mit vorinstallierter Software
  • Solider Support (Antwortzeit 10-30 Minuten während Geschäftszeiten)

Nachteile:

  • Kostenpflichtiger Traffic — bei hohem Volumen spürbar
  • Nur drei Rechenzentren
  • Keine asiatischen Standorte
  • Weniger vorgefertigte Konfigurationen als bei DigitalOcean oder Vultr
  • Keine Managed-Services (Datenbanken als Service usw.)

Für wen?

Serverspace ist ideal für:

  • Entwickler, die eine Testumgebung für ein paar Stunden brauchen
  • Startups mit schwankender Last (zahle weniger in Nebenzeiten)
  • Projekte mit Sicherheitsstandard-Anforderungen
  • Alle, die Infrastruktur über Terraform automatisieren

Nicht geeignet für High-Traffic-Projekte (kostenpflichtiger Traffic frisst die Ersparnis) und alle, die einen Server in Asien brauchen.

Fazit

7.5/10. Serverspace — eine kluge Wahl für alle, die Cloud-Flexibilität ohne Überzahlung für ungenutzte Ressourcen brauchen. Sekundengenaue Abrechnung, ordentliches Panel, Zertifizierung und API machen es zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten von DigitalOcean und Vultr. Kostenpflichtiger Traffic und begrenzte Geografie sind die Hauptbeschränkungen.