Google Analytics nervt alle: Cookie-Banner, GDPR-Strafen, langsame Skripte und Zahlen, aus denen keiner schlau wird. Plausible ist das genaue Gegenteil. Keine Cookies, keine personenbezogenen Daten, ein 1,5 KB großes Skript. Open Source und Self-Hosting obendrauf.
Website: plausible.io
Was gemessen wird
Page Views, Traffic-Quellen, Geographie (auf Länderebene), Geräte, Einstiegs- und Ausstiegsseiten, Ziele (z. B. Registrierung oder Button-Klick). Alles auf einem Dashboard, das in einer Sekunde lädt.
Plausible sammelt grundsätzlich nicht: IP-Adressen, Fingerprints, User-Agent-Strings. Sessions werden durch einen Hash bestimmt (IP + User-Agent + Domain), der alle 24 Stunden rotiert wird. Es ist unmöglich, einen bestimmten Nutzer zu identifizieren – eine bewusste architektonische Entscheidung.
Für SaaS-Produkte gibt es Shared Links: Sie können Statistiken mit Kunden teilen, ohne Zugang zum Account zu gewähren.
Self-Hosting
Plausible ist Open Source (AGPL). Eine eigene Instanz lässt sich in 15 Minuten auf einem VPS aufsetzen. Offizielles Docker-Image, PostgreSQL + ClickHouse unter der Haube. Die Self-Hosted-Version ist kostenlos, aber ohne offiziellen Support und automatische Updates.
Der kostenpflichtige Cloud-Tarif: 9 €/Monat für 10.000 Page Views, 19 €/Monat für 100.000. Das ist spürbar teurer als Google Analytics (kostenlos), aber Sie zahlen für Privacy und keinen Vendor Lock-in.
Skript und Geschwindigkeit
Das Plausible-Skript wiegt 1,5 KB – 30-mal leichter als Google Analytics. Kein Einfluss auf PageSpeed. Sie können es über Ihre eigene Domain als Proxy einbinden, damit Adblocker die Statistiken nicht blockieren. Die Proxy-Lösung ist übrigens interessant: Das Skript wird von Ihrer Domain geladen, Anfragen an Plausible gehen über Ihren Server – Adblocker sind machtlos.
Wer es braucht
Entwickler, die einfache Analytik ohne Eingriff in die Privatsphäre der Nutzer wollen. Europäische Projekte, für die GDPR-Konformität grundlegend ist. Startups, die Zahlen für Investoren brauchen, ohne sich mit rechtlichen Risiken herumzuschlagen.
Plausible ersetzt GA nicht für große E-Commerce-Projekte mit Trichtern, Segmentierung und Retargeting. Aber für alles andere ist es mehr als ausreichend.
Schwächen
Der Preis bei großen Volumen: 1 Million Page Views pro Monat – 79 €/Monat. Für dieses Geld kann man einen leistungsstarken VPS für eine Self-Hosted-Instanz mieten und 10+ Millionen Views bedienen.
Die Anpassung von Berichten ist begrenzt. Man kann keinen komplexen Trichter mit Ereignisfilterung erstellen. Es gibt weniger Plugins und Integrationen als bei GA (was logisch ist).
Fazit
Plausible macht eine Sache – einfache, ehrliche Analytik ohne Tracking – und macht sie gut. Wenn Sie kein Retargeting, keine A/B-Tests und keinen anderen Marketing-Schnickschnack brauchen, schließen Sie Google Analytics und ziehen Sie um. Leichter, schneller, privater.