IONOS ist das Rebranding des legendären deutschen Hosters 1&1, der seit 1988 aktiv ist. Im Rücken: 6,5 Millionen Kunden und Dutzende Rechenzentren weltweit. Beeindruckend. Aber heißt das, dass ihre VPS gut sind? Schauen wir ohne Marketing-Floskeln.
Tarife: Nur das erste Jahr günstig
IONOS lockt mit $2/Monat für den kleinsten VPS. Klingt attraktiv, bis man das Kleingedruckte liest. Das ist der Preis fürs erste Jahr (oder die ersten 6 Monate, je nach Aktion). Nach Ende der Promo-Phase steigt der Preis auf $6-10/Monat.
VPS Linux Tariflinie:
- VPS Linux S: 1 vCPU, 512 MB RAM, 10 GB SSD — $2/Monat (Promo), danach $6/Monat
- VPS Linux M: 1 vCPU, 1 GB RAM, 20 GB SSD — $3/Monat, danach $8/Monat
- VPS Linux L: 1 vCPU, 2 GB RAM, 40 GB SSD — $5/Monat, danach $12/Monat
- VPS Linux XL: 2 vCPU, 4 GB RAM, 80 GB SSD — $8/Monat, danach $18/Monat
Windows VPS gibt es separat und sind teurer (Microsoft-Lizenz im Preis enthalten).
2026 hat IONOS die neue Linie VPS+ gestartet — mit VM-Klonierung, Load Balancer, privatem Netzwerk und S3-kompatiblem Objektspeicher. Die VPS+-Preise sind höher, aber die Funktionalität nähert sich Cloud-Anbietern wie AWS Lightsail.
Was steckt drin
Alle VPS laufen auf Dell-Servern mit AMD- und Intel-Prozessoren, NVMe-SSDs von Samsung. Unlimited Traffic in allen Tarifen — ein dicker Pluspunkt. Gigabit-Port. DDoS-Schutz inklusive. Voller Root-Zugriff (du kannst alles installieren).
Verfügbare Betriebssysteme: Ubuntu, Debian, CentOS, Windows Server. Für Linux VPS — Auswahl aus mehreren Dutzend Distributionen und vorgefertigten Images (WordPress, LAMP, Docker, Plesk — letzteres gegen Aufpreis).
Vorteile
- Unlimited Traffic + 1 Gbps Port. Eine seltene Kombination bei günstigen VPS.
- 99,99 %+ Uptime. Angegeben. Tatsächlich etwa 99,97 %, auch hervorragend.
- 30-Tage-Geld-zurück. Nicht zufrieden? Geld zurück, ohne Fragen (theoretisch).
- Kostenloses Plesk in einigen Tarifen für Hosting-Verwaltung.
- Globale Infrastruktur. Rechenzentren in Deutschland, Großbritannien, Spanien, USA.
Nachteile
- Preise nach der Promo-Phase. IONOS ist Meister der Dark Patterns in der Abrechnung. Der Grundpreis wirkt märchenhaft, der reale ist mittel bis hoch.
- Support. Wer Support auf DigitalOcean- oder Linode-Niveau erwartet, wird enttäuscht. Textbaustein-Antworten, Problemlösung nicht sonderlich schnell.
- Minimale Ressourcen. 512 MB RAM im kleinsten Tarif — lächerlich für 2026. WordPress läuft darauf nicht ordentlich.
- Komplexe Oberfläche. Das Control Panel ist überladen. Manchmal ist es einfacher, die gesuchte Einstellung zu googeln, als sie selbst zu finden.
- Automatische Verlängerung. Standardmäßig aktiviert, nur über Support deaktivierbar. Ein Klassiker bei großen Hostern.
Fazit
IONOS ist eine „okay"-Option für alle, die bereit sind, das Spiel „erstes Jahr zum Spottpreis, dann teurer" mitzuspielen. Für Firmenkunden und alle, die Managed-Lösungen mit Plesk brauchen — eine durchaus brauchbare Wahl. Für Nerds, Startups und Transparenz-Fans gibt es interessantere Alternativen.
6/10. Solide, aber mit Einschränkungen.