Unter den russischen Hosting-Anbietern hält sich FirstVDS seit 2010 über Wasser. Das Unternehmen hat mehrere Krisen überstanden, mehrere Hardware-Generationen gewechselt und wächst weiter. In diesem Test: keine Floskeln, nur Fakten und Zahlen. Offizielle Website: firstvds.ru.
Standorte der Server
FirstVDS hat drei Standorte: Moskau (DataPro), Niederlande und Frankfurt. Das Moskauer Rechenzentrum ist Tier-III-zertifiziert — das bedeutet: redundante Stromversorgung, Klimakontrolle, 24/7-Sicherheitsdienst.
Für Projekte mit russischer Zielgruppe bietet der Moskauer Standort 5-15 ms Ping in Moskau und Umgebung, 20-40 ms in den Regionen. Die europäischen Standorte liegen bei üblichen 40-60 ms aus Zentralrussland.
Tarife: Was kostet was
FirstVDS folgt dem klassischen VDS-Modell (KVM-Virtualisierung). Die Linie beginnt mit dem Tarif VDS-Start für 299 RUB/Monat:
- 1 vCPU
- 1 GB RAM
- 25 GB SSD
- Unlimitierter Traffic (echtes Unlimited, nicht 1 TB)
- 1 IPv4
Der mittlere Tarif VDS-Standard für 699 RUB/Monat — 2 vCPU, 2 GB RAM, 50 GB SSD. Die goldene Mitte für die meisten Aufgaben.
Der Top-Tarif VDS-Pro für 1.499 RUB/Monat — 4 vCPU, 4 GB RAM, 100 GB SSD. Geeignet für Onlineshop, Firmenwebsite oder mehrere Projekte auf einem Server.
Besonders erfreulich: ehrlicher unlimitierter Traffic in allen Tarifen. Kein „unlimitiert, aber ab 5 TB drosseln wir auf 10 Mbit/s" — solche Tricks sind bei FirstVDS nicht bekannt.
Geschwindigkeitstests
Ich habe den VDS-Standard-Tarif am Moskauer Standort gemietet und Standardtests durchgeführt. Ergebnisse:
- Speicher: Lesegeschwindigkeit ~500 MB/s, Schreibgeschwindigkeit ~350 MB/s. SATA-SSD, kein NVMe — aber für die meisten Aufgaben mehr als ausreichend.
- Netzwerk: Stabiler Gigabit, Speedtest zeigt 850-950 Mbit/s.
- CPU: Single-Core Geekbench 5 — etwa 800 Punkte. Intel Xeon Prozessoren, nicht die neueste Generation, aber solide.
Wenn du NVMe-SSDs und neuere Prozessoren brauchst — das ist nicht FirstVDS. Aber für diesen Preis ist die Konfiguration absolut angemessen.
Control Panel
FirstVDS nutzt ispmanager (Lite-Version kostenlos, Business gegen Aufpreis) und BILLmanager für die Abrechnung. Eine vertraute, berechenbare Kombination.
Über ispmanager kannst du: Websites erstellen, Datenbanken verwalten, E-Mail konfigurieren, SSL-Zertifikate installieren, die Auslastung überwachen. Oberfläche auf Russisch, alles intuitiv.
Für Konsolen-Fans: SSH-Zugang out-of-the-box, Root-Rechte, du kannst alles installieren: Docker, WireGuard, Panels wie HestiaCP oder FastPanel.
Support
Tickets — durchschnittliche Antwortzeit etwa 20-30 Minuten während der Geschäftszeiten. Nachts und am Wochenende — bis zu einer Stunde. Keine Textbausteine, sondern sachliche Antworten.
Ein Website-Chat existiert, aber ehrlich gesagt: Tickets sind schneller. Telefonsupport gibt es, aber ich habe ihn nicht genutzt.
Vor- und Nachteile
Vorteile:
- Niedrige Preise bei angemessenen Konfigurationen
- Ehrlicher unlimitierter Traffic
- Rechenzentrum in Moskau — minimaler Ping für Russland
- ispmanager inklusive
- Akzeptiert russische Bankkarten, Zahlung in Rubel
- Stabile Uptime — im Testmonat kein einziger Ausfall
Nachteile:
- SATA SSD, kein NVMe — Speichergeschwindigkeit niedriger als bei Wettbewerbern
- Prozessoren nicht die neuesten
- ispmanager-Panel kann überladen wirken
- Europäische Standorte teurer als Moskau
Fazit
7.5/10. FirstVDS — ein Arbeitspferd ohne Schnickschnack. Wenn du einen günstigen VDS in Russland mit ordentlichem Support und ohne Überraschungen brauchst — kannst du bedenkenlos zugreifen. Wenn du Weltraum-Speichergeschwindigkeiten und die neuesten Prozessoren brauchst — sieh dich bei Cloud-Anbietern um, aber plane ein höheres Budget ein.