Mollie vs. Adyen: Zwei niederländische Unternehmen, zwei Wege
Sowohl Mollie als auch Adyen wurden im Abstand von nur zwei Jahren in den Niederlanden geboren. Beide begannen als Zahlungsgateways für den europäischen Markt. Heute sind es zwei grundlegend unterschiedliche Unternehmen: Mollie – Verfechter von KMU, Adyen – Unternehmensinfrastruktur. Für Unternehmen an der Schnittstelle verschiedener Segmente (Volumen von 1 bis 10 Millionen Euro) ist die Wahl jedoch nicht offensichtlich.
Offizielle Websites: mollie.com und adyen.com
Szenario 1: WooCommerce Store in den Niederlanden
Volumen: 50.000 €/Monat, 80 % iDEAL, 20 % Karten.
Mollie ist hier die natürliche Wahl. WooCommerce-Integration mit 2 Klicks, 0,29 € Provision für iDEAL (gegenüber ~0,25 € für Adyen – aber ein Unterschied von 4 Cent überwiegt nicht die Bequemlichkeit). Mollie Dashboard ist für einen Ladenbesitzer ohne technische Vorkenntnisse intuitiv.
Adyen ist für dieses Szenario übertrieben: Das KMU-Programm erfordert ein Volumen von mehr als 1 Mio. Euro, die Integration ist komplexer und das Onboarding dauert länger. Urteil: Mollie.
Szenario 2: SaaS-Plattform mit 5 Mio. € ARR, Kunden in 15 Ländern
Modell: B2B-Abonnements, durchschnittlich 200 €/Monat.
Hier ändert sich das Bild. Mollie unterstützt Abonnements, aber die wiederkehrende Abrechnung ist primitiv: kein automatischer Zahlungswiederholungsversuch, keine Mahnverwaltung, keine Smart Retries. Adyen bietet eine vollständige RevenueProtect-Plattform, die automatisch den optimalen Zeitpunkt für erneute Zahlungsversuche auswählt und so die unfreiwillige Abwanderung um 15–25 % reduziert.
Adyen bietet in den meisten europäischen Ländern auch Direct Acquiring an: Transaktionen werden vor Ort abgewickelt, ohne grenzüberschreitende Gebühren. Bei einem durchschnittlichen Ticket von 200 € spart dies 0,3–0,5 % effektive Provision.
Urteil: Adyen, wenn Sie für 2–4 Wochen Integration bereit sind.
Szenario 3: B2C-Marktplatz startet in Deutschland
Plan: Deutschland → Frankreich → Polen innerhalb von 6 Monaten.
Mollie bietet einen schnellen Start: Registrieren Sie sich noch heute und akzeptieren Sie morgen Zahlungen. Lokale Methoden (SOFORT, Giropay, Bancontact, BLIK) werden mit Checkboxen im Dashboard aktiviert. Klarna BNPL ist integriert – kein separater Vertrag erforderlich.
Adyen unterstützt mehr lokale Methoden (250+ vs. 30+ für Mollie) und liefert bessere Zustimmungsraten (93–97 % vs. 88–93 %), aber das Onboarding dauert 3–6 Wochen.
Für einen Marktplatz mit aggressiven Expansionsplänen: Mollie für die ersten 3 Monate (nur Deutschland) → Migration zu Adyen, wenn mehr als 4 Märkte hinzugefügt werden.
Szenario 4: Enterprise Retailer mit Online + Offline (Omnichannel)
Volumen: 100 Mio. €+/Jahr, 200 Filialen in 5 Ländern.
Adyen ist in diesem Segment praktisch ein Monopolist. Unified Commerce (eine einzige Plattform für Online- und Offline-Zahlungen) ist bei Mollie nicht verfügbar. POS-Terminals, Tap-to-Pay, einheitliche Analysen über alle Kanäle hinweg – das ist der architektonische Vorteil von Adyen.
Mollie funktioniert überhaupt nicht mit Offline-Zahlungen.
Urteil: Nur Adyen.
Gebührenvergleichstabelle
| Gebühr | Mollie | Adyen (KMU-Benchmark) |
|---|---|---|
| EU-Karten | 1,4 % + 0,25 € | 1,0–1,5 % + 0,15–0,25 € |
| Ideal | 0,29 € | ~0,20-0,25€ |
| SEPA-DD | 0,25 € | ~0,15-0,20 € |
| Klarna | 2,8 % + 0,25 € | ausgehandelt |
| Monatliche Gebühr | 0 € | ~0–500 € (benutzerdefiniert) |
| Mindestlautstärke | 0 € | 1 Mio. €+ |
Technische Integration
| Aspekt | Mollie | Adyen |
|---|---|---|
| Fertige Plugins | WooCommerce, Shopify, Magento, PrestaShop | Magento, Salesforce, SAP |
| API | RUHE, einfach | REST, leistungsstark (komplexer) |
| Dokumentation | Ausgezeichnet, mit Beispielen | Ausgezeichnet, auf Unternehmensniveau |
| SDK | PHP, Python, JS, Ruby, Java, Go | Java, .NET, PHP, Python, Node.js |
| Sandkasten | Sofort | Auf Anfrage |
| Zeit bis zur ersten Zahlung | 15 Minuten | 2-6 Wochen |
| White-Label | ❌ | ✅ |
Urteil: Keine Konkurrenten, sondern Ökosystemnachbarn
Mollie und Adyen konkurrieren nicht direkt – sie bedienen unterschiedliche Segmente. Mollie ist für Unternehmen gedacht, die Zahlungen heute problemlos akzeptieren möchten. Adyen bietet Unternehmen die Optimierung ihrer Zahlungsinfrastruktur als Wettbewerbsvorteil.
Praktische Regel:
- Volumen 0–5 Mio. € → Mollie
- 5–20 Mio. € → Übergangszone; Beginnen Sie mit Mollie, planen Sie für Adyen
- 20 Mio. €+ → Adyen (oder Stripe für SaaS)
- Omnichannel-Einzelhandel → immer Adyen